Gemeinsam mit den Tourenleitern Lukas, Alex und Simon ging es Anfang Juli ins Pitztal, wo das Taschachhaus (2.432 m) als idealer Ausgangspunkt für die praktische Ausbildung diente. Dem Praxisteil gingen bereits zwei Theorieabende im DAV boulder alpin zentrum voraus. Dort standen Materialkunde, Knotenkunde, erste Trockenübungen zur Spaltenbergung sowie die Tourenvorbereitung auf dem Programm. So konnten sich alle bestens vorbereitet auf das eigentliche Ausbildungswochenende freuen.
Nach der Anreise am Freitag führte der rund dreistündige Hüttenaufstieg zum Taschachhaus. Die wunderschön gelegene Hütte bot den perfekten Stützpunkt für die kommenden Tage. Auch wenn sich die Gletscher aufgrund des Klimawandels immer weiter zurückziehen und der Weg zum „Ewigen Eis“ von Jahr zu Jahr länger wird, fanden sich glücklicherweise noch ideale Ausbildungsbedingungen.
Am Samstagmorgen hieß es früh aufbrechen – der Gletscher wartete. Dort wurde das theoretische Wissen direkt in die Praxis umgesetzt. Auf dem Programm standen Gehtechniken auf Firn und Eis, der sichere Umgang mit Steigeisen und Pickel, verschiedene Sicherungsmethoden sowie das Anlegen von Fixpunkten und Verankerungen im Schnee und Eis. Besonders intensiv beschäftigte sich die Gruppe mit der Spaltenbergung. Die lose Rolle wurde mehrfach aufgebaut und geübt, bis jeder Handgriff saß. Begleitet von lautstarken Kommandos wie „Ziehhhhh!“ und „Hau-ruck!“ zeigte sich schnell: Eine funktionierende Seilschaft lebt von guter Kommunikation und Teamarbeit.
Auch der sogenannte Parallelschwung sorgte für spannende Übungseinheiten, während die Gehtechnik immer wieder verfeinert wurde. Beim Thema Verankerungen wurden verschiedene Möglichkeiten ausprobiert – vom klassischen Verankerungsbaum bis hin zu alternativen Sicherungsmethoden, die je nach Gelände sinnvoll eingesetzt werden können. Selbst Rutsch- und Bremsversuche im steilen Firn gehörten zum Programm und sorgten neben wertvollen Erkenntnissen auch für den einen oder anderen schneebedeckten Lacher.
Am Sonntag wurden die erlernten Inhalte schließlich im Rahmen einer kleinen Ausbildungstour angewendet. Dabei konnten die Teilnehmenden ihre neuen Fähigkeiten unter realen Bedingungen festigen und noch einmal erleben, wie wichtig eine solide Ausbildung für sichere Hochtouren ist.
Am Ende des Wochenendes waren sich alle einig: Der Gletschergrundkurs war nicht nur fachlich ein voller Erfolg, sondern machte auch großen Spaß. Mit vielen neuen Kenntnissen, gewachsenem Vertrauen in die eigene Ausrüstung und einer Extraportion Motivation für zukünftige Hochtouren kehrte die Gruppe ins Allgäu zurück.
Ein herzlicher Dank gilt den Tourenleitern Lukas, Alexander und Simon! So macht Ausbildung in den Bergen Freude – und sorgt dafür, dass zukünftige Hochtouren sicherer werden.
Weitere Bilder findet ihr auf Instagram!


Ein Wochenende voller Eis, Schnee, Teamarbeit und jeder Menge neuer Erfahrungen liegt hinter den acht Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Gletschergrundkurses des DAV Memmingen.