Biotoppflege im Kotzenbrühl - Ehrenamt am Werk mit Bund Naturschutz Memmingen

In einer gemeinsamen Aktion sind der BUND Naturschutz Memmingen-Unterallgäu und der DAV Memmingen wieder einmal den wuchernden Weiden im Kotzenbrühl zu Leibe gerückt.

Harald Jungbold vom BUND Memmingen erläuterte eingangs den Zweck der gemeinsamen Ehrenamts-Aktion Biotoppflege im Kotzenbrühl. Jungbold ist zuständig für Flächenmanagement & Landschaftspflege der BUND Kreisgruppen Kaufbeuren-Ostallgäu & Memmingen-Unterallgäu, und organisiert regelmäßig Aktionen vor Ort, um die Überwucherungen der Feuchtwiesen durch Buschwerk zurückzudrängen. 

Hintergrund: Das Kotzenbrühl – ein Niedermoor zwischen Memmingen und Trunkelsberg – ist ein wichtiger Lebensraum für Pflanzen- und Tierarten. Dieses Feuchtgebiet wurde über Jahrhunderte hinweg traditionell bewirtschaftet, indem es regelmäßig gemäht wurde, um Einstreu für die Tierhaltung zu gewinnen. Durch diese extensive Nutzung entstanden artenreiche Wiesen mit seltenen Pflanzen und spezialisierten Tierarten, die auf nährstoffarme und feuchte Standorte angewiesen sind.

Heute jedoch ist die Nachfrage nach Streue nahezu verschwunden, und damit fehlt der wirtschaftliche Anreiz, solche schwer zugänglichen und mühsam zu pflegenden Flächen weiter zu bewirtschaften – die offene Moorlandschaft und damit auch die seltenen Arten gehen verloren.

Um dem Artensterben entgegenzuwirken, setzt sich die BUND Naturschutz Ortsgruppe Memmingen seit vielen Jahren für den Erhalt dieser besonderen Feuchtwiesen ein. Durch gezielte Pflegemaßnahmen wie Mahd und Entbuschung bewahrt sie die Vielfalt an Pflanzen und Tieren, die sich hier über Jahrhunderte hinweg entwickelt hat.

Am Freitagnachmittag ging es los – kurzes Kennenlernen am Parkplatz, Einweisung in die Arbeiten und eine ausführliche Arbeitsschutzbelehrung, denn die Ehrenamtlichen waren mit scharfen Sägen und Astscheren angerückt.

Dann ging es mit schwerem Gerät ab ins Gebüsch. Ein paar Leute schneiden, Einige zerren und Andere sorgen für den Transport zu den stetig höher und breiter werdenden Gehölzhaufen. Während einer kleinen Arbeitspause wurde den Helferinnen und Helfern noch die Wasserstraßen-Baukunst der hier lebenden Biber gezeigt, die weitverzweigte Kanäle anlegen.

Nach drei Stunden ist das erste Etappenziel erreicht: Mehrere Bereiche, in denen die Weiden zu weit in die Wiesen gewachsen waren, sind ab nächstem Jahr wieder mähbar. Hat die zweite Gruppe am Samstagvormittag denn überhaupt noch etwas zu tun? Ein kurzer Rundgang im Kotzenbrühl verdeutlicht: Die Arbeit geht auch in den kommenden Jahren nicht aus.

Am Samstagmorgen – pünktlich zu Sonnenaufgang – macht sich dann die zweite Gruppe daran, die Gehölzhaufen der Vorgänger zu verbreitern, denn höher geht nicht mehr.

„Bei frostigen Temperaturen wurde uns bei der durchaus anstrengenden Arbeit ziemlich schnell warm“, erklärt Patric Bork, Vorstand und Schriftführer beim DAV Memmingen. „Ungeachtet dessen hat es sehr viel Freude gemacht zu sehen, was viele Hände in relativ kurzer Zeit schaffen können. Die Haufen des zurückgeschnittenen Astwerkes waren beträchtlich und werden später mit schwerem Gerät verbracht!“

Nach zwei halben Tagen und vollem Einsatz von rund 20 Freiwilligen des BUND und des DAV lagen drei riesige Haufen Gehölzschnitt bereit zur Abholung.Die Stadtgärtnerei macht daraus Hackschnitzel als Mulchmaterial für die Pflanzenzucht und Blumenbeete.

„Für uns Helferinnen und Helfer war es sehr informativ, welcher Artenreichtum sich im Kotzenbrühl tummelt und welche vergleichsweise einfachen Mittel es gibt, diese wichtigen Biotope zu erhalten“, berichtet Bork. 

Und wie geht es weiter? Eines ist klar: Für das Kotzenbrühl und die Kooperation zwischen den Vereinen war diese Aktion ein voller Erfolg! Weitere gemeinsame Aktionen werden folgen und die Fortführung der Entbuschung im Kotzenbrühl steht für den kommenden Herbst bzw. Winter auf dem Plan.

Wir freuen uns, dass der BUND Naturschutz uns angeboten hat, wie letzten Sommer, Interessierte - besonders auch Familien - abwechslungsreich durchs Niedermoor zu führen. Termin wird noch bekannt gegeben!

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